innere Fotos

Zum zweiten Mal in dieser Woche bin ich heute einen Zug eher zur Arbeit gefahren, um eine Station früher aussteigen zu können und den Weg zu Fuß zu gehen.
Ursprünglich war es so, dass das Fotografieren mir manchmal den noch fehlenden Antrieb gab, neue Spazierwege zu gehen und solche Aktionen durchzuführen. Hauptgrund war aber der Aufenthalt in/mit der Natur (oder aber ich machte bewusst einen Fotoausflug oder hatte bestimmte Motive im Auge)

Beim ersten Spaziergang dieser Woche hatte ich mir schon überlegt, dass es doch auch mal wieder schön wäre, nur zu gehen, ohne dass man ein “äußeres Ziel” (schöne Fotos) verfolgt. Mir fiel nämlich auf, wie schwer es mir manchmal fiel, den Foto zu Hause zu lassen und das “Risiko” zu haben, sich gute Motive entgehen zu lassen. Sicher haben auch Ratgeber Recht, wenn sie schreiben, dass man die Kamera möglichst immer dabei haben sollte, weil die besten Motive ungeplant auftreten. Nur zu welchem Preis hat man dann gute Fotos? Mich beunruhigte das irgendwie.

Da ich heute die Natur unmittelbar erleben wollte, ohne etwas dazwischen zu haben, beschloss ich also nach etwas Abwägen, dass ich nur das einpacke, was ich sonst auch mit zur Arbeit nehme und dass der Foto daheimbleibt.

Und natürlich sah ich heute ein Reh, worauf ich auf dieser Strecke schon immer wartete (da ich sie vom Zug aus ständig sehe, aber nicht, wenn ich zu Fuß dort bin). Und natürlich lief es recht lange so, dass ich es durchaus hätte fotografieren können. Auch der Storch ließ sich seit langem wieder blicken. Jetzt hätte ich mich ärgern können, dass mir diese Fotos “entgangen” sind. Aber ich kann mich auch freuen, dass ich diese Tiere überhaupt getroffen habe und dass ich Natur (mit interessanten Bewohnern) erleben konnte. Und die Bilder sind trotzdem alle abgespeichert. In mir.

Und vielleicht gibt es im nächsten Blogeintrag wieder Fotos, die für alle sichtbar sind…